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| Handball:
(MSG Melsungen/Böddiger) |
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Der Sieg war für Melsungen greifbar nahe - doch dann kam die bittere Schlussviertelstunde
Die MT Melsungen begann das Spiel gegen den TV Großwallstadt als Knecht Ruprecht, der den Gästen lange Zeit die Rute gab,
endete aber als Geschenke verteilender Nikolaus. Das 31:33 (17:13) spiegelte sicher nicht den Verlauf wider, war eher als
glücklich denn als verdient zu bezeichnen. Schon vor dem Anpfiff kam vorweihnachtliche Stimmung auf, als 2.400 Zuschauer (ausverkauftes Haus in der MEIROTELS-Halle!)
bei abgedunkeltem Ambiente ihre am Eingang verteilten Leuchtstäbe schwenkten. Aber schnell kehrte die erste Ernüchterung des
Abends ein, denn die Gäste vom Main kümmerten sich nicht um taktische Deckungsvarianten der MT, sondern kamen vornehmlich
durch Uli Wolf am Kreis zum Erfolg. Beide Teams spielten "ihr" schnelles Spiel, mußten aber dafür mit ungewöhnlich vielen
technischen Unzulänglichkeiten kämpfen. Kein Wunder, daß Großwallstadt nach acht Minuten gerade einmal mit 4:3 führte, obwohl
beide Teams zu diesem Zeitpunkt schon bestimmt die doppelte Anzahl an Angriffen gelaufen hatten. Doch plötzlich ging ein Ruck durch die MT. Hazl glich zum 4:4 aus, und gab das Startsignal zu fulminanten nächsten acht
Minuten. Zunächst mußte Wael Horri nach einem sehr unschönen Foul an der Mittellinie gegen Predrag Kontic für zwei Minuten
auf die Bank, dann traf Hruby vom Kreis zur ersten rot-weißen Führung des Abends. Auf TVG-Seite tat man sich plötzlich
ungemein schwer in der Vorwärtsbewegung, beziehungsweise bissen sich die Melsunger am Gegner fest, zwangen die Kontrahenden
zu Würfen aus ungünstigen Positionen. Leidtragende waren in erster Linie Einar Holmgeirsson und Alexander Petersson, die sich
gegenseitig übertrafen im Schießen von Fahrkarten. Auf der gegenüberliegenden Seite spielte ein heute lange Zeit hervorragend
aufgelegter Grigorios Sanikis einen Zauberpaß à la Hazl auf Kurtagic, und der zauberte den Ball aus der äußersten Ecke des
Feldes gleich weiter am chancenlosen Chrischa Hannawald vorbei in die Maschen. Im Anschluß versiebte Michal Kraus zunächst
einen Tempogegenstoß, bevor er es nur eine Minute später besser machte, und einen weiteren Hazl-Paß - diesmal vom Regisseur
selbst gespielt - verwandeln konnte. Hazl selbst erhöhte in Minute 16 per Strafwurf zum 8:4, und die MEIROTELS-Halle stand Kopf. Auch wenn die Großwallstädter Gäste in der Folge den Abstand immer wieder verkürzen konnten (u.a. 9:8 22., 12:11 26.), stand
die 4-Tore-Differenz in Form eines 17:13 auch zur Pause noch auf der Anzeigetafel. Beide Mannschaften machten ihrem Ruf dabei
alle Ehre, daß es keine herausragenden Stars in ihren Reihen gibt. Auf beiden Seiten konnte sich in den ersten 30 Minuten
kein Spieler öfter als dreimal in die Torschützenliste eintragen. Zudem verteilten sich Melsungens Treffer ebenso auf 8
verschiedene Spieler, wie das auch auf Gästeseite der Fall war. Zu diesem Zeitpunkt ahnte wohl niemand, wie extrem anders die zweite Hälfte laufen sollte. Dabei sah es zunächst gar nicht
danach aus, daß sich etwas ändern könnte. Im Gegenteil! Die MT kam schwungvoll zurück aus der Kabine, knüpfte nahtlos an die
ersten 30 Minuten an. Valo baute zunächst auf 5 Differenz aus, Jörgensen und Tiedtke brachten die Gäste vorerst letztmals auf
3 heran. Und dann spielten die Hausherren so, wie sich die fast zweieinhalb Tausend Besucher das besser kaum wünschen
konnten. Sanikis, Kurtagic, der mittlerweile eingewechselte Radcenko und wieder Valo bauten die Führung bei einem
Gegentreffer von Jörgensen konsequent bis auf 22:16 aus, und die Partie schien nach 40 Minuten gelaufen. Was dann aber kam,
wird Trainer, Mannschaft und einige andere noch längere Zeit beschäftigen. Wie abgeschnitten war plötzlich der Faden des Melsunger Spieles. Was bis dahin tadellos klappte, ging nun grundsätzlich
schief. Waren vorher die TVG-Protagonisten ratlos, wie sie der MT-Deckung beikommen sollten, so übertrafen sich die
rot-weißen Angreifer plötzlich in Harmlosigkeit. Saft- und kraftlos, kein Mumm mehr, und geistig irgendwie abwesend scheinend
nahmen die Hausherren nun einen Gegentreffer nach dem anderen hin. Vorn wurde leichtfertig vertändelt oder verworfen, der
schnelle Rückzug und die Ordnung hin zum 4-2 oder 3-2-1 klappte nicht, weil die TVG-Angreifer immer schon einen Schritt
schneller und weiter waren. Dabei gab es durchaus auch noch Highlights zu bestaunen wie zum Beispiel das sensationelle
Anspiel von Radcenko blind durch die eigenen Beine nach hinten auf Ivan Brouko, das dieser mit dem zwischenzeitlichen 23:18
krönte. Oder mehrere tolle Paraden von Zoran Djordjic, der gerade Jens Tiedtke phasenweise fast zur Verzweiflung brachte. Beim Stand von 23:21 zog Dr. Rastislav Trtík die Reißleine, nahm eine Auszeit. Kurzzeitig schien das zu fruchten, denn Hazl
und Sanikis mit feiner Einzelleistung hielten den Gast mit 25:22 auf Distanz (49.). Die MT wankte bedenklich, fiel aber immer
noch nicht. Erst nach 54 Minuten kam Großwallstadt beim 27:27 durch Jörgensen - "Durch wen sonst?" ist man geneigt zu fragen
- erstmals wieder zum Ausgleich. Valo's anschließendes 28:27 war allerdings das letzte Aufflackern des Melsunger
Siegeswillens. Jörgensen glich erneut aus, und Gästecoach Michael Roth nahm exakt 4:59 vor Schluß eine Auszeit, um den Seinen
nochmal eine doppelte Extraportion Konzentration einzuimpfen. Erfolgreich, muß man zugeben. Den Namen des Schützen zur ersten TVG-Führung nach langer, langer Zeit ist nicht schwer zu
erraten: Nichlas Holm Jörgensen. Es war der Auftakt zu den letzten 5 Minuten Schaulaufen der Mainfranken. Einzig Djordjic
konnte auf Melsunger Seite noch überzeugen, als er ein Rückraumgeschoß von Daniel Brack parierte. Aber auch er war letztlich
machtlos, und konnte einem fast leid tun. Großwallstadt ließ sich die Butter nun nicht mehr vom Brot nehmen, akzeptierte
dankend das Weihnachtsgeschenk der Nordhessen in Form zweier Punkte, die nach 40 Minuten eigentlich schon verloren waren. Am
Ende gewann mit dem TV Großwallstadt bestimmt nicht die bessere Mannschaft, aber die ausgebufftere und abgeklärtere. 40
Minuten fast chancenlos hinterherlaufend, und bei der ersten Schwäche des Gegners gnadenlos zuschlagend. Melsungen hat die
Partie aktiv im Angriff verloren, nicht der TVG sie gewonnen! Die Melsunger mußten somit leider Tribut zollen für die
fantastische Energieleistung vom Wochenende in Nettelstedt. Kraft und Konzentration reichten heute einfach nicht mehr für
einen erfahrenen Gegner wie Großwallstadt, der zudem einen in der Breite wesentlich besser besetzten Kader hat.
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Original-Pressemitteilung
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Artikel
vom 22.12.2005, 12:22 Uhr
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Dettmar Cramer Der Dettmar Cramer hat doch nur den Schwarzen im Senegal beigebracht, wie man Kakteen umdribbelt. - Hier ist der Kollege Merkel schlecht in Geographie: Im Senegal gibt es gar keine Kakteen.
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